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Licht am Ende des Tunnels? Corona - Impfung - EU

Corona legt die Welt lahm


Seit Monaten verfolgen wir alle, wie uns Corona im Griff hält und unsere Gesellschaft und Systeme an die Grenzen bringt. Als soziale Wesen leiden wir unter der Isolation, die Wirtschaft schrumpft und gleichzeitig wächst die Arbeitslosigkeit. Das Gesundheitssystem platzt aus allen Nähten und täglich sterben Menschen mit dem Corona-Virus. Die Finanzkrise 2008 und die darauffolgende Eurokrise scheinen im Vergleich dazu harmlos, da die Corona-Krise zwar vor allem eine Gesundheitskrise ist, jedoch auch finanzielle Auswirkungen hat.

Das Virus wird nicht plötzlich verschwinden und eine Durchseuchung (furchtbares Wort) würde viel zu viele Todesopfer fordern. Eine Lösung scheint daher das Eindämmen des Virus mittels Impfens zu sein. Wie funktioniert diese Impfung, die im Eiltempo entwickelt wurde? Und was hat die EU beigetragen, um die Pandemie zu bewältigen?


Bedenken zu den Impfstoffen

In den Medien hört man sehr oft vom Impfstoff der Unternehmen Pfizer/Biontech, der mittlerweile in UK zugelassen wurde und dort bereits geimpft wird. Impfstoffe wie dieser werden als mRNA bezeichnet und bewirken die Bildung eines Proteins (Spike Protein), das sich an Zellen heftet. Versucht nun das Corona-Virus die Zelle anzugreifen, wirkt dieses Protein als Schutzschild und verhindert eine Infektion.

Die beiden häufigsten Kritikpunkte, die Impfung betreffend, sind die schnelle Entwicklung des Impfstoffs sowie das Unwissen über die Langzeitnebenwirkungen. Dass die Impfstoffe so schnell entwickelt werden konnten, liegt zu einem großen Teil an der Verfügbarkeit von jeder Menge Geld. Üblicherweise werden erste Studien durchgeführt, die eine grundsätzliche Wirkung aufzeigen, um im nächsten Schritt Investoren für die Entwicklung zu finden. Da die darauffolgenden Entwicklungsphasen wahnsinnig teuer sind, dauern Impfstoffe oft ewig, oder werden einfach gar nicht weiterentwickelt. Im Fall von Corona standen von der ersten Stunde an Milliarden an Geldern zur Verfügung.


Beim Thema der Nebenwirkungen wird es etwas schwieriger, da es diese natürlich immer geben kann und man sie auch nicht logisch weg argumentieren kann. Die Wirksamkeit der neuen Impfstoffe wird mit über 90 % angegeben und gibt daher große Hoffnung, die Pandemie wieder in den Griff zu bekommen. Corona hat derzeit eine Sterblichkeit von mehr als 1% in Österreich (international ist sie sogar noch höher), was bedeutet, dass mehr als jeder Hundertste, der in Österreich an Corona erkrankt, am Virus stirbt. Langzeitfolgen bei Genesenen, wie zum Beispiel Lungenschäden, nicht berücksichtigt. Bei der Schweinegrippe wurde 2009 ein Impfstoff entwickelt, der bei ca. 1.300 Personen zu Narkolepsie geführt hat. Jeder Fall ist eine Tragödie, jedoch entspricht dies „nur“ 0,002% der geimpften Personen - es wurden mehr als 60 Millionen Menschen geimpft. Bei Impfstoffen geht es daher, wie bei vielen anderen Themen, um das Abwägen von Risken. Aus meiner Sicht geht diese Rechnung eindeutig pro Impfung aus.


Welchen Mehrwert liefert die EU?

Die größte Herausforderung der EU, als auch der nationalen Staaten, besteht sicherlich in der transparenten Kommunikation die Impfung betreffend. Niemand möchte sich blind impfen lassen, weil das schon irgendwie passen wird. Diese Sorgen anzusprechen und nach wissenschaftlichem Stand aufzuklären, ist oberstes Gebot. Diverse Meldungen, speziell in den sozialen Medien, die Impfungen, Wissenschaft und Institutionen verunglimpfen, gibt es ausreichend. Wir sollten auf keinen Fall alles glauben, was uns präsentiert wird, jedoch Maßnahmen pauschal zu verurteilen, ist auch nicht der richtige Weg.


Die Pandemie wird hauptsächlich auf nationaler Ebene bewältigt, da die EU auch kein Mandat hätte, hier Regeln für alle aufzustellen. Der Einkauf der Impfstoffe passiert jedoch durch die EU. Gerade Österreich als kleines Land profitiert davon, denn würde jedes Land selbst Kontingente und Preise verhandeln, dann würden wir nicht nur teurer einkaufen, sondern auch länger warten müssen.


Die EU-Budgets für Bildung und Forschung tragen ebenfalls dazu bei, dass wir Fortschritte in der Entwicklung von Medizinprodukten machen, aber auch Innovationen in anderen Bereichen vorantreiben. Dies möchten wir in einem eigenen Beitrag noch genauer beleuchten.


Wie geht es weiter?

Nachdem ich bei den Massentests zum Glück negativ getestet wurde, werde ich mich im nächsten Jahr impfen lassen und ich lade euch ein, euch eure eigene Meinung zu bilden. Denn wofür es tatsächlich keine Impfung gibt, ist unreflektierte Voreingenommenheit.


Bleibt gesund und schöne Grüße,

David


PS: Fun Fact zum Wort Quarantäne. Dieses stammt von der italienischen Zahl 40 („quaranta“). Zur Zeit der Pest mussten Handelsschiffe 40 Tage vor der italienischen Küste ausharren, um sicher zu gehen, dass keine Pest-Kranken an Land gingen.



Quellen:

Podcast Erklär mir die Welt – „Erklär mir Corona Impfungen – Florian Krammer“


BBC The Real Story – Covid vacciones: An opportunity for science?


https://www.youtube.com/watch?v=GBq_l2llyzo


https://www.br.de/nachrichten/wissen/so-wirken-mrna-impfstoffe-gegen-das-coronavirus,SGbv3gV


https://www.who.int/news-room/q-a-detail/coronavirus-disease-(covid-19)-vaccines?adgroupsurvey={adgroupsurvey}&gclid=CjwKCAiAlNf-BRB_EiwA2osbxXH_M7mNCTkgP3-4OPBbnFEUsi6Z7bFp1aATCI9qXhFQHiTbWFA4QRoCH2cQAvD_BwE


https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1103785/umfrage/mortalitaetsrate-des-coronavirus-nach-laendern/


https://www.deutschlandfunk.de/schweinegrippe-narkolepsie-als-spaetfolge-der-impfung.676.de.html?dram:article_id=483838#:~:text=Extrem%20seltene%20Nebenwirkung&text=Narkolepsie%20tritt%20als%20Nebenwirkung%20aber,%E2%80%9C

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