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Aufklärung Europa besucht: Bräuhaus Ten.Fifty

Die offensichtliche Frage gleich vorweg: Was bitte hat denn Bier mit Europa und der EU zu tun? Wir sind der Meinung, dass es bereits genügend Vorträge und Veranstaltungen zur EU gibt, die eine sehr theoretische und politisch geprägte Herangehensweise haben. Unser Ziel ist es, Europa von einer anderen Seite kennenzulernen und zu zeigen, dass wir im Alltag viel öfter mit der EU in Berührung kommen, als wir vielleicht denken. Wir denken, dass durch diese Identifikation notwendige Reformen von der Bevölkerung mitgetragen werden.


Fakten EU & Bier

In Europa gibt es ungefähr 6.300 Brauereien. Mit der produzierten Menge an Bier dieser Brauhäuser könnte man 16.000 olympische Schwimmbecken füllen. Zur Erinnerung, diese sind 100 Meter lang, 50 Meter breit und 2 Meter tief. Rund um das flüssige Gold entstand über die Jahrzehnte ein nicht zu vernachlässigender Wirtschaftszweig. Mehr als 2 Millionen Jobs in Europa hängen direkt von der Produktion des Biers ab und Bier trägt auch nicht unbeträchtlich zu unseren Steuereinnahmen bei. In Schweden ist dies eklatant, wenn man für ein Bier fast 10 Euro berappen muss. Jedoch auch bei den verhältnismäßig normalen Preisen in Österreich werden je 0,5 Liter, die du trinkst, 24 Cent an Biersteuer abgegeben - die Mehrwehrtssteuer noch gar nicht eingerechnet. In Deutschland sprudeln dadurch mehr als 600 Millionen Euro in die Staatskassen. Vielleicht wäre es eine Idee, eine zweckgewidmete kleine Steuer auf Bier für Europa einzuführen. Somit könnten wir Staaten, die in eine finanzielle Schieflage geraten, Schluck für Schluck wieder auf die Beine bringen. Hier eine Auflistung der Länder, die am meisten für diese fiktive Steuer beitragen würden (Top 3 Länder in Europa Pro-Kopf-Bierkonsum):

1. Tschechien - 138 l

2. Österreich - 105 l

3. Deutschland - 101 l


Bier als Kultur und verbindendes Element

Wie trinkt man Bier in den unterschiedlichen Ländern Europas? In Österreich wird ein kühles Lager gerne zum Durstlöschen getrunken. Unvorstellbar wäre dies in Belgien! Die stärkeren Biere werden dort sehr oft aus kunstvollen Gläsern genossen. In Gent gibt es eine Bar, in der ganz viele Schuhe an den Deckenbalken hängen. Warum das? Es sind die Schuhe von den Leuten, die Bier in diesem Lokal trinken. Die Gläser sind offensichtlich so cool, dass für das Glas ein Pfand verlangt wird, der eigene Schuh.

Ich bin mir sicher, wenn ihr andere Länder besucht, seht ihr dort weitere Unterschiede und Eigenheiten in Bezug auf Bier. Auch das ist Kultur. Meiner Meinung nach interessanter als sich Bilder in einer Galerie anzusehen. Ich möchte hinzufügen, europäische Kultur. :-)


Ten.Fifty in der Ankerbrotfabrik

Der Trend der Craft-Brauereien ist auch in Österreich nicht zu übersehen. Simon, der mit einem Engländer gemeinsam das Brauhaus Ten.Fifty gegründet hat, gab uns einen Rahmen für unser Event. In seiner Brauerei in der Ankerbrotfabrik im 10. Bezirk in Wien werden unterschiedliche Biere produziert, vom hellen IPA bis hin zu speziellen Ales die eine wundervolle schöne rote Farbe aufweisen. Die Brauerei dient auch als Veranstaltungsort und nach einer Führung durch die Produktion durften wir einige Biere verkosten, begleitet von Live-Musik.

Simon war bei einer Reise nach Manchester so begeistert von der Brauszene, dass er diese auch nach Österreich holen wollte. Ganz wörtlich genommen, hat er das auch gemacht, denn ein Großteil seiner Anlagen wurden in UK hergestellt. Sein Malz kommt hauptsächlich aus Deutschland und der Hopfen aus Österreich und Amerika. Wie gut, dass es Handelsabkommen gibt, die von der EU verhandelt werden, und wir in Europa offene Grenzen haben. Man stelle sich nur vor, es gäbe einen Bierengpass. Revolutionen wurden schon schon wegen weniger ausgelöst.


Gemeinsam stärker

Der Besuch bei Ten.Fifty hat uns gezeigt, dass Europa in vielen alltäglichen Dingen steckt. Wie langweilig wäre es, wenn wir alle das gleiche Bier trinken würden? Bier wird durch diese Vielfalt noch viel interessanter. Ich bin der Meinung, dass wir innerhalb der EU viel voneinander lernen können. Wenn wir es richtig angehen, gehen wir aus diesem Dialog alle stärker heraus. Es gibt noch einiges zu verbessern innerhalb der EU. Ich glaube jedoch nicht, dass dies nur in Sitzungssälen stattfinden sollte, sondern draußen in der Welt, da wo die EU wirklich zuhause ist. Also bei jedem einzelnen von uns. Anstatt sich daher über unnötige Verordnungen (Glühbirne, Gurke) aufzuregen, konzentrieren wir uns doch auf die wichtigen Dinge (Besteuerung von Tech-Giganten; Außengrenzschutz; Wirtschaftsstandort & Klimakrise) und trinken dazu ein Bier.


Schöne Grüße,

David






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